UN-Luftbrücke nach Somalia gestartet

Die Luftbrücke für Millionen hungernde Menschen am Horn von Afrika ist gestartet. Eine Maschine des Welternährungsprogramm der UN (WFP) landete in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Es hatte zehn Tonnen Nothilfegüter an Bord.

Die Hilfe würde an medizinische Einrichtungen zur Behandlung unterernährter Kinder verteilt, sagte WFP-Sprecher David Orr, der den Flug vom benachbarten Kenia aus begleitet hatte.

Das erste Flugzeug der Luftbrücke nach der Landung in Mogadischu
Das erste Flugzeug der Luftbrücke nach der Landung in Mogadischu

Weitere Hilfsflüge sollen folgen

In den kommenden Wochen sollten weitere Hilfsflüge über die Luftbrücke folgen, erklärte WFP-Sprecherin Challiss McDonough. Das WFP habe sich für die Luftbrücke entschieden, da eine Lieferung über Land angesichts von derzeit mindestens 18.000 unterernährten Kindern zu lange gedauert hätte, sagte sie weiter. Es werde erwartet, dass die Zahl der betroffenen Jungen und Mädchen auf 25.000 steige.

Über die Luftbrücke will die UN-Behörde auch Gebiete in Äthiopien und im kenianischen Grenzgebiet versorgen. Insgesamt sollen so in den kommenden Tagen rund hundert Tonnen Nahrungsmittel in die Region gebracht werden.

Der erste Start eines Flugzeugs mit energiereicher Nahrung war am Dienstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wegen Zollproblemen verschoben worden. Besonders dramatisch ist die Lage in Somalia, wo sich rund 40.000 Menschen in die Hauptstadt Mogadischu flüchteten.

Sendungsbild
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  • Peter Schreiber (ARD Nairobi) zu Verzögerungen bei der Luftbrücke für Somalia
  • Länge: 0:01:51
  • Datum: 2011-07-27T15:15:00.000+02:00

Impfungen und zusätzliche Gelder

Zur Verhinderung eines Ausbruchs von Polio und Masern in Ostafrika will UNICEF außerdem in einem Notprogramm mehr als 300.000 Kinder impfen. Die zweiwöchige Aktion sei in vier nordkenianischen Regionen sowie im weltweit größten Flüchtlingslager Dadaab geplant, sagte eine Sprecherin des Kinderhilfswerks. Außerdem sollen die Kinder Vitamin A und eine Wurmkur erhalten.

Somalier warten in einem Lager bei Mogadischu auf Nahrungsmittel.
Somalier warten in einem Lager bei Mogadischu auf Nahrungsmittel.

Derweil will die EU den hungernden Menschen am Horn von Afrika mit zusätzlichen 60 Millionen Euro helfen. Entsprechende Schritte habe sie eingeleitet, sagte die für humanitäre Krisen verantwortliche EU-Kommissarin Kristalina Georgieva nach einem Besuch der Dürre-Regionen in Somalia und Kenia.

Insgesamt würden die Hilfsleistungen für die Region für dieses Jahr damit auf 158 Millionen Euro aufgestockt, sagte Georgieva. Mit dem neuen Geld würden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Familien finanziert.

Die Hungerkrise am Horn von Afrika bedroht allein in Somalia rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. UN-Vertreter bezifferten den Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro).

Original, Google Cache, archive.org

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