Außenministertreffen der Generationen

Krishna und Khar
Indiens Außenminister Krishna und seine pakistanische Kollegin Khar beim Treffen in Neu Delhi.

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi haben die Außenminister Indiens, S.M. Krishna, und Pakistans, Hina Rabbani Khar, getroffen, um den wiederaufgenommenen Friedensdialog zwischen beiden Ländern fortzuführen. Die Gespräche zwischen den verfeindeten Staaten waren nach den Anschlägen von Mumbai Ende 2008 mit 166 Toten für etwa zweieinhalb Jahre auf Eis gelegt worden, da die Terroristen Indien zufolge aus Pakistan stammten.

Ein Durchbruch wird von den Gesprächen in Neu-Delhi nicht erwartet. Allerdings sind nach Angaben indischer Diplomaten mehrere vertrauensbildende Maßnahmen geplant, darunter Erleichterungen für Reisen und Handel zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil Kaschmirs.

Der ehemalige indische Botschafter in den USA, Lalit Mansingh, wertet aber allein die Tatsache, dass beide Seiten mit einander reden als kleinen Erfolg. „In diesem Fall heißt Reden kein Krieg. Der Dialog wird die Probleme nicht lösen.“ Es geht darum der Welt klar zu machen, dass man nicht an der Schwelle zu einem Krieg stehe, sagte Mansingh. Indien und Pakistan haben nach eigenen Angaben seit 1998 Nuklearwaffen und haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt.

„Keine Geiseln der Vergangenheit“

„Wir fühlen, dass die Beziehungen unserer beiden Länder keine Geiseln der Vergangenheit sein sollten“, sagte Khar. Das Ziel der Gespräche sei die Entwicklung „partnerschaftlicher Beziehungen“, sagte Krishna. „Wir haben noch einiges an Strecke zu überwinden, aber mit einer offenen Geisteshaltung und einem konstruktiven Ansatz können wir sicher unser gewünschtes Ziel erreichen“, ergänzte er.

Früher hing bei vergleichbaren Treffen auch viel von den Persönlichkeiten ab, die miteinander sprachen. Deshalb deshalb wird der Termin in Neu-Delhi in der Region mit viel Aufmerksamkeit verfolgt. Denn während Krishna 79 Jahre alt ist, ist sein pakistanisches Gegenüber 34 Jahre. Damit ist Khar nicht nur die jüngste Chefdiplomatin Pakistans, sie ist überhaupt die erste Frau, die das Amt dort übernommen hat. Sie war erst in der vergangenen Woche offiziell zur Außenministerin ernannt worden, war aber seit Anfang Februar kommissarisch im Amt. Zuvor war Khar Staatsministerin für Finanzen und wirtschaftliche Beziehungen. „Unsere Kultur erlaubt jedem für unser Land zu arbeiten. Jung oder alt macht nicht so einen Unterschied, wichtiger sind Ansatz und Ziele, mit denen man an Problem angeht“, hatte Kahr kurz nach ihrem Amtsantritt gesagt.

Original, Google Cache, archive.org

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