Saisonbedingt mehr Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli saisonbedingt leicht gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte, waren in diesem Monat 2,939 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Das waren 46.000 mehr als im Juni, aber 247.000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozentpunkte auf sieben Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,6 Prozent gelegen. „Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im Juli fortgesetzt.

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Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist einzig aus jahreszeitlichen Gründen leicht gestiegen“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt in Nürnberg. „Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor hoch.“ Bislang gebe es keine Hinweise, dass die Euro-Krise negativ auf den Arbeitsmarkt in Deutschland durchschlagen werde.

Arbeitsministerin von der Leyen
Arbeitsministerin von der Leyen fordert weitere Anstrengungen, um mehr Menschen zu einem Job zu verhelfen (Archivfoto).

Dennoch gebe es Risiken. Als Beispiel nannte Alt die Haushaltskrise in den USA und die Entwicklung der Konjunktur in China. Die Griechenland-Krise hingegen dürfte die Lage der deutschen Wirtschaft nach dem neusten Rettungspaket nicht destabilisieren, erläuterte Alt.

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht in der saisonüblichen Delle bei den Arbeitsmarktzahlen kein Alarmzeichen. Trotzdem mehrten sich die Hinweise, dass sich mit dem Wachstum auch der Jobaufbau am Arbeitsmarkt verlangsame, heißt es in einer Stellungnahme der Ministerin. Deshalb müsse man „mehr tun“, um auch jene in reguläre Beschäftigung zu bringen, die immer noch arbeitslos seien. „Bei mehr als einer Million offener Stellen müssen wir so viele Menschen wie es irgend geht aus den künstlichen Warteschleifen holen“, so von der Leyen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sieht Deutschland auf gutem Weg in die Vollbeschäftigung: Trotz des derzeit schwachen Wachstumstempos mache der Arbeitsmarkt weiter Fortschritte, sagte der FDP-Vorsitzende in Berlin.

Hintergrund

Was die Statistik verbirgt
Weniger als drei Millionen Arbeitslose – die zuständige Bundesministerin klopft sich angesichts dieser magischen Zahl auf die Schulter. Doch die Zahl der Arbeitssuchenden liegt mit 5,5 Millionen fast doppelt so hoch. Denn längst nicht jeder, der keinen Job hat, taucht in der offiziellen Statistik auf.

Volkswirte hatten stärkeren Rückgang erwartet

Wegen der Schulabgänger und des Abschlusses vieler Ausbildungsgänge ist in den Ferienmonaten ein Anstieg üblich. Zudem stellen viele Betriebe neues Personal erst zum Ende der Sommerferien ein. Dass sich der Arbeitsmarkt trotz der Verschnaufpause im Sommer weiter positiv entwickelt, zeigen die saisonbereinigten Daten: Rechnet man die jahreszeitlich üblichen Schwankungen heraus, ging die Zahl der Arbeitslosen um 11.000 zurück. Volkswirte hatten hier einen etwas stärkeren Rückgang von 13.000 erwartet.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin auf hohem Niveau, hat aber an Dynamik verloren. Auf dem Ausbildungsmarkt stehen derzeit 135.700 noch unbesetzte Stellen 145.800 unversorgten Bewerbern gegenüber.

Rückgang für 2012 erwartet

Die BA rechnet für das nächste Jahr mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Erwerbslosen werde 2012 im Schnitt bei 2,7 Millionen liegen nach 2,9 Millionen in diesem Jahr, erläuterte Alt. „Diese Entwicklung kann sich fortsetzen.“ Zudem bekräftige Alt, dass die Zahl der Arbeitslosen im laufenden Jahr nicht mehr über drei Millionen steigen werde.

Sendungsbild
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  • Unbesetzte Lehrstellen im Handwerk
  • Länge: 0:02:02
  • Datum: 2011-07-28T11:21:00.000+02:00

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Original, Google Cache, archive.org

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