Behörde sieht Fehler bei den Piloten

Bergung eines Wrackteils der Air France A330, die in der Nacht zum 1. Juni 2009 über dem Atlantik abstürzte
Bergung eines Wrackteils der Air France A330, die in der Nacht zum 1. Juni 2009 über dem Atlantik abstürzte

Die französische Fluguntersuchungsbehörde BEA sieht die Ursache des Absturzes von Flug AF 447 vor allem in Pilotenfehlern. In einem dritten Zwischenbericht, der auf der Auswertung der erst in diesem Jahr geborgenen Flugschreiber basiert, listet die Behörde eine Serie von Fehlern auf, die zu dem Unglück geführt haben sollen. Die Piloten haben demnach in den letzten Minuten des Fluges über dem Atlantik nicht angemessen auf den Ausfall der Geschwindigkeitsanzeige und den Abriss der zum Fliegen notwendigen Strömung an den Tragflächen reagiert. Sie seien für eine solche Situation aber auch nicht geschult gewesen, stellt der Bericht fest.

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  • Gabi Bauer (ARD) zum Bericht der französischen Fluguntersuchungsbehörde
  • Länge: 0:01:50
  • Datum: 2011-07-29T16:14:00.000+02:00

Konkret wird daher die Einführung spezieller Übungen ins Trainingsprogramm der Linienpiloten empfohlen. Zudem sollen neue Richtlinien ein besseres Teamwork im Cockpit gewährleisten. Die weiteren Sicherheitsempfehlungen der BEA beziehen sich auf technische Einrichtungen. So sollten die zuständigen Behörden etwa den Einbau einer bestimmten Anzeige prüfen. Sie soll beim abrupten Abschalten des Autopiloten und dem Wechsel zum manuellen Fliegen die Lage des Flugzeugs im Raum verdeutlichen. Zudem sollten spezielle Rekorder die Anzeigen im Cockpit als Bild aufzeichnen.

Opferverband: „Das Unglück war vorprogrammiert“

Datenschreiber von Air-France-Maschine geborgen
Die Flugdatenschreiber der 2009 verunglückten Air-France-Maschine wurden erst in diesem Jahr aus dem Atlantik geborgen.

Die Angehörigen der Opfer hatten bereits vor der Veröffentlichung des Berichts die zu sehr auf einen Pilotenfehler ausgerichtete Interpretation der Flugdaten kritisiert. Die Vereinigung der Angehörigen der deutschen Opfer HIOP wies auf die zahlreichen Probleme hin, die es mit den Geschwindigkeitsmessern, den sogenannten Pitot-Sonden, schon in den vergangenen sechs Jahren gegeben habe. Air France habe diese Schwierigkeiten nicht in seiner Piloten-Ausbildung berücksichtigt. „Das Unglück des Airbus A330-200 der Air France war vorprogrammiert und praktisch unvermeidbar“, hieß es in einer Mitteilung.

Insgesamt ist es der dritte Bericht zum Absturz des Airbus, der am 1. Juni 2009 vor der Küste Brasiliens auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris verunglückte. Das Flugzeug war aus großer Höhe und mit hoher Geschwindigkeit auf den Antlantik aufgeschlagen. Bei dem Unglück kamen alle 228 Insassen, darunter auch 28 Deutsche, ums Leben. Der Airbus A330 der französischen Fluggesellschaft Air France war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt.

Original, Google Cache, archive.org

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