Der Juli enttäuschte in jeder Hinsicht

Eingeklappter Sonnenschirm
Sonnenschirme musst man in diesem Juli nicht oft ausklappen.

Ausgerechnet der Ferienmonat Juli ist der erste zu kalte Monat des Jahres gewesen. Dieser lag mit durchschnittlich 16,1 Grad Celsius 0,8 Grad unter dem langjährigen Mittel und war der erste zu kühle Monat dieses Jahres, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Es fielen rund 114 Liter Regen pro Quadratmeter, 48 Prozent mehr als üblich. Der Juli 2010 hatte die Bundesbürger noch mit durchschnittlich 20,2 Grad verwöhnt.

Der Sonnenschein machte sich somit im Juli mit 162 Stunden (minus 22 Prozent, Soll: 209 Stunden) besonders rar. Die vergangenen Wochen gehen als der achttrübste Juli seit Beginn der Messungen 1951 in die Annalen ein, wie der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen mitteilte. 2010 hatte es noch 290 Sonnenstunden gegeben.

Wechselhaftes Wetter hierzulande nicht ungewöhnlich

Wannsee
Nur selten konnte man im Juli Sommervergnügen genießen.

Der Abfall im Vergleich zum Vorjahr ist laut DWD-Sprecher Uwe Kirsche unseren Breiten geschuldet. Mit wechselhaftem Wetter müsse gerechnet werden. Der Sommer sei aber noch nicht verloren. „Es ist noch alles drin“, sagte Kirsche. So sei zum Wochenbeginn wieder mit steigenden Temperaturen zu rechnen. Ein verregneter Juli müsse nicht einen schlechten August nach sich ziehen.

Im Süden besonders kühl

Die größten Temperaturrückgänge im Vergleich zu 2010 gab es dem DWD zufolge im Saarland und in Baden-Württemberg. Lediglich im Norden sei es gebietsweise etwas zu warm gewesen. Die höchsten Werte meldete Rheinfelden am Hochrhein mit 33,8 Grad. In Münsingen-Apfelstetten gab es im Juli hingegen geringen Bodenfrost.

Regen im Juli
Immer wieder gab es ausgiebige Regenfälle.

In Nordvorpommern lag der nasseste Ort des Monats: Mit 291 Litern pro Quadratmeter führt Barth diese Liste an. „In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg fiel verbreitet das Dreifache, örtlich sogar mehr als das Vierfache des im Juli typischen Mittels“, gaben die Meteorologen an. Nach Westen hin nahm die Nässe deutlich ab. „In einigen Gebieten setzte sich die seit dem Frühjahr bestehende Trockenheit sogar fort.“ Gen Westen nahm der Regen deutlich ab, einige Bundesländer blieben gar unter dem Soll. Die Wassertemperaturen von Nord- und Ostsee blieben unter 20 Grad – im Juli 2010 betrugen sie zeitweise 23 Grad.

Die Sonne zeigte sich am längsten im Süden und Osten. Rheinfelden am Hochrhein erreichte mit 230 Stunden den Spitzenplatz, lag damit aber immer noch weit unter dem Schnitt vom Juli 2010. Schlusslicht war Lüdenscheid im Sauerland mit 119 Stunden.

Die Monatswerte sind vorläufige Angaben. Die Daten für die restlichen Juli-Tage basieren auf Prognosen.

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