US-Schuldendrama erzürnt China

Die USA ziehen mit ihrem andauernden Schuldenstreit zunehmend Zorn Chinas auf sich. Im Zentralorgan der Kommunistischen Partei wurden schwere Vorwürfe gegen die amerikanische Politik laut.

Zeitung spricht von einer „Farce“

Der Umgang mit der Schuldenkrise sei „unverantwortlich“ und „unmoralisch“, kritisierte die Zeitung „Renmin Ribao“ in ihrem Leitartikel. Die US-Abgeordneten seien bereit, „für ein paar Wählerstimmen“ die Interessen Dritter zu opfern. Angesichts der Wahlen im kommenden Jahr seien die Folgen des Streits für die ganze Welt und sogar die für die USA selbst völlig aus dem Blick geraten.

US-Dollar und chinesische Yuan
China kauft seit Jahren Dollar auf, um Wertsteigerungen der eigenen Währung Yuan entgegenzuwirken.

Der Kommentator sieht die Ursache des Übels im politischen System der USA. „Das Wahlsystem hat die Handlungsfreiheit des Präsidialamts eingeschränkt“, konstatierte er. „Die Farce, die sich in den USA auf der politischen Bühne abspielt, zeigt der ganzen Welt, wo die politischen Probleme der Vereinigten Staaten liegen.“ Das Blatt ist die wichtigste Zeitung der Kommunistischen Partei. Sie repräsentiert nicht die offizielle Position, spiegelt aber häufig Debatten in hochrangigen Regierungskreisen wider.

Führung fürchtet um ihr Vermögen

China ist der größte Gläubiger der USA. Die Volksrepublik hat Devisenreserven von knapp 3,32 Billionen Dollar – Tendenz schnell steigend. Etwa drei Viertel davon sind in US-Dollar angelegt, ein Viertel in Euro. Angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA fürchtet die Pekinger Führungsriege um ihr Vermögen. Als deutlichen Warnschuss hatte die Pekinger Rating-Agentur Dagong die Bonität der USA kürzlich zum zweiten Mal herabgestuft.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.