Erster Hilfstransport aus Deutschland gelandet

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist der erste deutsche Hilfstransport für die von der Dürre betroffenen Menschen in Ostafrika gelandet. Das Flugzeug vom Typ Douglas DC-8 sei gestern Abend vom Münchener Flughafen aus gestartet, teilte ein Sprecher des Vereins Humedica mit.

Der Hilfstransport für Dadaab
An Bord der Maschine befinden sich 30 Tonnen Hilfsgüter. Sie sollen von Kenia per Lastwagen ins Flüchtlingslager Dadaab gebracht werden.

An Bord der Maschine befanden sich Milchpulver, Medikamente und vor allem Infusionen für eine sogenannte enterale Ernährung mit speziellen Nährstoffen. „Es handelt sich hierbei um Zusatznahrung, nicht um Grundnahrungsmittel“, sagte der Geschäftsführer von Humedica, Wolfgang Groß. Die Menschen seien „ausgetrocknet“ und könnten feste Nahrung oft gar nicht bei sich behalten. Daher müssten sie zunächst künstlich ernährt werden, so Groß.

Die Hilfsmittel sollen von Nairobi aus mit Lastwagen in die Flüchtlingslager in der Region Dadaab transportiert werden. In dem größten Flüchtlingslager der Welt leben rund 400.000 Menschen. Die meisten von ihnen kommen aus Somalia.

Expertenteam des THW entsandt

Auch das Technische Hilfswerk (THW) hat seinen Einsatz im Krisengebiet begonnen. Im Auftrag der Bundesregierung wurde ein Erkundungsteam aus fünf Experten nach Äthiopien entsandt. Sie sollen das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen bei der Bewältigung der Hungersnot beraten.

Somaliern mit Kind im Lager Dadaab
Mindestens elf Millionen Menschen leiden unter der Hungersnot.

Vor wenigen Tagen hatten die Vereinten Nationen bereits eine Luftbrücke in die somalische Hauptstadt Mogadischu gestartet. Es sei wichtig, dass diese nun „kontinuierlich und verlässlich“ fortgeführt werde, sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel. „Dazu bedarf es ausdrücklich der Sicherung des Luftraums über Mogadischu und des Flugplatzes von Mogadischu, damit hier auch tatsächlich die Hilfsgüter sicher ankommen können“, sagte er.

Zudem plädierte Niebel für einen Dialog mit den gemäßigten Milizen in Somalia, um die politische Lage im Land zu stabilisieren.

Welthungerhilfe fordert UN-Einsatz

Der Vizepräsident der Welthungerhilfe, Klaus Töpfer, forderte dagegen einen UN-Einsatz, um die Hungersnot zu bekämpfen. „Auf dem Rücken verhungernder Menschen werden Stammesfehden ausgetragen, dazu kommt der islamische Fundamentalismus der Al-Shabaab-Miliz“, schrieb er in der „Bild am Sonntag“. Die Weltgemeinschaft dürfe dabei nicht länger zusehen.

Wegen der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren sind UN-Schätzungen zufolge mehr als 11,5 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

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