„Soldaten schießen auf alles, was sich bewegt“

Syrische Regierungstruppen haben laut verschiedener Berichte eine Hochburg der Protestbewegung gegen Präsident Baschar al Assad gestürmt. Panzer rollten in die Stadt Hama in Zentralsyrien ein, wie die in London ansässige Organisation Observatory for Human Rights und das Netzwerk Local Coordination Committees berichten.

Bei der Offensive im Morgengrauen wurden den Angaben zufolge zahlreiche Menschen getötet. Agenturen sprechen von mindestens 13 Toten und beziehen sich auf Augenzeugenberichte. Andere berichten von mehr als 40 Toten. Außerdem soll es viele Verletzte gegeben haben.

Strom- und Wasserversorgung ist unterbrochen

Panzer hätten provisorische Barrikaden überrollt, die von den Bewohnern errichtet worden seien. Die Panzer würden Granaten in Wohngebiete feuern, Scharfschützen von Hausdächern schießen. Die Elektrizitäts- und Wasserversorgung sei unterbrochen.

„Es regnete Granaten über die Stadt, die Soldaten schossen auf alles, was sich bewegte“, schilderte einer der Augenzeugen die dramatische Lage. „Die Bürger verstecken sich in Treppenhäusern und Kellern, um dem Beschuss zu entgehen.“

Tausende Menschen protestieren in Hama (Archiv)
Immer wieder demonstrieren im syrischen Hama tausende Menschen gegen das Regime von Präsident Assad – hier am 29. Juli 2011.

Aus Hama hatten sich Assads Sicherheitskräfte vor mehreren Wochen völlig zurückgezogen. In der Stadt hatte es zuletzt mit die größten Demonstrationen gegen die Herrschaft von Assad gegeben, der seit elf Jahren an der Macht ist. Die Proteste wurden im März durch die Revolutionen des sogenannten „Arabischen Frühlings“ in Tunesien und Ägypten ausgelöst.

Nach Angaben einer Aktivisten-Gruppe kamen auch um die ostsyrische Stadt Deir al Sor Panzer zum Einsatz. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich, da Syrien die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen hat.

Original, Google Cache, archive.org

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