Mubarak bestreitet alle Anklagepunkte

Der gestürzte ägyptische Staatschef Hosni Mubarak hat in dem gegen ihn eröffneten Prozess auf nicht schuldig plädiert. „Ich weise all diese Anschuldigungen vollständig zurück“, sagte Mubarak vor dem Gericht in der Hauptstadt Kairo. Der 83-Jährige war am Morgen auf einem Krankenbett in einen Metallkäfig in den Gerichts-Saal gebracht worden, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten. Auch zwei seiner Söhnen stehen vor Gericht, sie plädierten ebenfalls auf nicht schuldig. Gegen einen ebenfalls angeklagten Geschäftsmann wird in Abwesenheit prozessiert.

Wenige Stunden nach Beginn der Verhandlung vertagte der Vorsitzende Richter den Prozess. Er soll am 15. August fortgesetzt werden. Bis dahin muss Mubarak in einem Krankenhaus in Kairo bleiben. Dem langjährigen Staatschef, der am 11. Februar unter dem Druck wochenlanger Proteste zurückgetreten war, werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Amtsmissbrauch vorgeworfen. Sollte er wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe.

Dossier

Das Volk stürzt den „Pharao“
Mit Massenprotesten im ganzen Land hat das ägyptische Volk Präsident Mubarak zum Rücktritt gezwungen. Erste Proteste von jungen Regierungsgegnern mündeten in eine Volksbewegung, die nach 18 Tagen die fast 30 Jahre lange Herrschaft Mubaraks beendete. tagesschau.de hat Hintergründe und Porträts zusammengestellt.

Schlägereien

Derweil lieferten sich Anhänger und Gegner Mubaraks heftige Schlägereien. Vor der Polizeiakademie in einem Vorort der ägyptischen Hauptstadt, gerieten die Menschen von den Morgenstunden an immer wieder aneinander, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch in einer Prozesspause gingen Gegner und Anhänger Mubaraks mit Stöcken und Steinen aufeinander los.

Sendungsbild
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  • Jörg Armbruster (ARD Kairo) über die Reaktionen der Ägypter zum Mubarak-Prozess
  • Länge: 0:01:43
  • Datum: 2011-08-03T17:15:00.000+02:00

Hunderte Menschen hatten sich vor der Polizeiakademie versammelt, um den live vom Staatsfernsehen übertragenen Prozess auf einer Großbildleinwand zu verfolgen, unter ihnen Angehörige der Opfer der Gewalt gegen die regierungskritischen Proteste vom Januar und Februar.

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