Uralter Hitchcock-Film entdeckt

Hitchcock
Szene aus „White Shadow“ – einer der ersten Filme, für den Alfred Hitchcock das Drehbuch schrieb.

Alfred Hitchcock ist eine Legende, gilt er doch vielen als unangefochtener Meister des Thrillers. Sein Werk hat nach wie vor zahlreiche Bewunderer und ist außerdem Gegenstand zahlreicher filmwissenschaftlicher Forschungen. Besonders unersprießlich für Fans und Forscher: Viele der frühen Filme, an die der Meister selbst Hand angelegt hat, gelten als verschollen. Bis jetzt, denn ein Großteil des frühen Thrillers „White Shadow“ (1923), für den Hitchcock das Drehbuch geschrieben hatte, wurde in Neuseeland entdeckt – drei von insgesamt sechs Filmrollen schlummerten jahrelang in einem Safe, berichtete das neuseeländische Filmarchiv.

„Das Material ist zwar nicht komplett, aber man kann darauf schon einen werdenden Meister erkennen“, berichtete die amerikanische Stiftung für die Erhaltung von Filmen. Filmkritiker sind begeistert: „Das ist eine der bedeutendsten Entwicklungen aller Zeiten für Forscher, Kritiker und Bewunderer von Hitchcocks außerordentlichem Werk“, sagte der Vorsitzende des amerikanischen Filmkritikerverbandes, David Sterritt. Hitchcock hatte nur zwei Jahre später begonnen, selbst Regie zu führen.

Die Filmrollen stammen aus dem Nachlass des neuseeländischen Filmvorführers Jack Murtagh. Sein Enkel hatte das Material 1989 an das Filmarchiv weitergegeben. Mangels Geld blieben die Filmrollen in einem feuersicheren Safe und wurden nicht näher untersucht. Neuseeland war in den 1920ern oft das letzte Land, in dem neue Filme gezeigt wurden. Die Filmrollen blieben nach der letzten Vorführung dort einfach liegen. Deshalb gelten die Archive in Neuseeland als besonders wertvoll.

„White Shadow“ ist ein britisches Stummfilm-Melodram über zwei charakterlich völlig verschiedene Zwillingsschwestern, gespielt von Betty Compson. Hitchcock war zum Produktionszeitpunkt erst 24 Jahre alt und wirkte als Drehbuchautor, Artdirektor und Assistent von Regisseur Graham Cutts mit. Der habe Hitchcocks Talent bereits damals beneidet und ihm die Arbeit nicht gerade erleichtert, so Filmkritiker Sterritt.

Original, Google Cache, archive.org

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