38 Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz

Im Osten Afghanistans sind beim Absturz eines NATO-Hubschraubers 31 Soldaten eines US-Spezialeinheit ums Leben gekommen. Der Helikopter sei in der Provinz Wardak von Rebellen abgeschossen worden, erklärte der afghanische Präsident Hamid Karsai. Seinen Angaben zufolge starben auch sieben Soldaten der afghanischen Streitkräfte bei dem Absturz in der Nacht von Freitag auf Samstag. Es handelte sich um einen der folgenschwersten Vorfälle für die internationalen Truppen seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan vor zehn Jahren.

NATO räumt Verlust des Hubschraubers ein

Die NATO-geführte Schutztruppe ISAF räumte den Verlust eines Hubschraubers ein, ohne nähere Angaben zur Zahl der Opfer und den Hintergründen zu machen. Einen Abschuss des Hubschraubers bestätigte die NATO nicht. Ein Sprecher erklärte lediglich, dass ein Rettungseinsatz laufe. In dem Gebiet seien Aufständische aktiv. Nach Angaben eines Sprechers der Provinzregierung läuft in der Region Wardak südwestlich der Hauptstadt Kabul gerade ein Einsatz afghanischer und verbündeter Truppen gegen die Taliban.

Die radikalislamischen Taliban erklärten, ihre Kämpfer hätten den Hubschrauber vom Typ Chinook abgeschossen. In einer Stellungnahme hieß es, die NATO habe in Sajd Abad ein Haus angegriffen, in dem sich gestern Aufständische versammelt hätten. Den Angabe zufolge eröffneten die Kämpfer das Feuer und brachten dabei den Hubschrauber zum Absturz. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Hubschrauber sei bei dem Versuch abgestürzt, vom Dach des Hauses eines Taliban-Anführers zu starten, auf dem er während eines Feuergefechts gelandet sei.

In Afghanistan kommt es immer wieder zu Hubschrauberabstürzen. In diesem Jahr sind mindestens 17 Flugzeuge und Hubschrauber der NATO und der afghanischen Streitkräfte verunglückt. Häufig sind Pilotenfehler, schlechtes Wetter und technische Probleme für die Abstürze verantwortlich. Mindestens ein Abschuss wurde jedoch von der NATO bestätigt. Am 25. Juli war ein Hubschrauber vom Typ CH-47F von einer Flugabwehrrakete getroffen worden. Bei dem Angriff wurden zwei Besatzungsmitglieder verletzt.

NATO-Soldaten töten acht Zivilisten

Unterdessen meldeten afghanische Behörden, dass NATO-Soldaten im Süden des Landes acht Zivilisten getötet hätten. Die Truppen des Militärbündnisses seien am Freitag auf einer Patrouille im Distrikt Nad Ali in der Provinz Helmand von Kämpfern der Taliban mit Panzerabwehrraketen angegriffen worden, teilte die NATO mit. „Die Koalitionstruppen haben das Feuer erwidert und später einen Luftangriff gegen die Stellung der Aufständischen geflogen“, sagte ein NATO-Sprecher Hauptmann. Der Polizeichef des Distrikts, Schadi Chan, erklärte, bei dem Angriff seien acht Mitglieder einer Familie, darunter Frauen und Kinder, getötet worden. Im ersten Halbjahr 2011 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in Afghanistan 79 Zivilisten bei Einsätzen von Nato- und US-Truppen getötet.

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