Bis zu 10.000 Jobs bei E.ON in Gefahr

Der Energiekonzern E.ON steht nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland möglicherweise vor einem drastischen Stellenabbau. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Demnach erwägt das Unternehmen, bis zu 10.000 Stellen weltweit zu streichen, ein Drittel davon in Deutschland. Damit würde der Sparkurs des Konzerns viel härter ausfallen als bisher bekannt. Zuletzt war nur von der Streichung einiger hundert Stellen die Rede.

Kein Kommentar von E.ON

Das Düsseldorfer Unternehmen wollte die Angaben zunächst nicht kommentieren. „Infolge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft E.ON derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens“, sagte ein Sprecher lediglich. „Entscheidungen sind noch nicht gefallen.“

Der Konzernbetriebsrat hatte am Freitag erklärt, dass E.ON-Chef Johannes Teyssen einen radikalen Umbau des Versorgers vorantreibe. Aus dem Management sei bekannt geworden, dass der Vorstand die Gesellschaften E.ON Ruhrgas in Essen, E.ON Kraftwerke in Hannover und E.ON Energie in München auflösen wolle. Bei den drei Unternehmen sind Tausende Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt hat E.ON in Deutschland rund 35.000 Mitarbeiter.

Atomausstieg, ungünstige Gasverträge, hohe Schulden

E.ON legt in der kommenden Woche Zahlen zum zweiten Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch und einer Rücknahme von Prognosen. Dem Konzern macht die Abschaltung seiner ertragreichen Atomkraftwerke Isar 1 und Unterweser zu schaffen. Im Gasgeschäft, in dem Ruhrgas jahrelang für Milliardengewinne sorgte, leidet E.ON unter ungünstigen Verträgen mit Lieferanten wie dem russischen Konzern Gazprom. Zudem lastet auf dem Unternehmen ein milliardenschwerer Schuldenberg.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.