Standard & Poor’s entzieht USA Bestnote

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den USA die Spitzenbonitätsnote AAA entzogen – erstmals seit 1941. S&P stufte die Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft nach Handelsschluss an der Wall Street um eine Stufe auf AA+ herab. Grund für die Entscheidung sei, dass die Sparpläne der Regierung angesichts der hohen Verschuldung nicht ausreichten, hieß es. Es sei nach Einschätzung der Agentur zudem zweifelhaft, dass sich Kongress und Regierung auf zusätzliche Einsparungen einigen können.

Mit der Herabstufung werden US-Staatsanleihen, die einst als die weltweit sicherste Geldanlage galten, niedriger bewertet als Anleihen von Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Kanada. Zudem bewerte Standard & Poor’s auch den Ausblick negativ. Damit droht den USA in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine weitere Herabstufung.

Hintergrund

Ratingagenturen und ihre Bewertungen
Sie entscheiden darüber, wer zu welchen Konditionen Kredite bekommt: Die Ratingagenturen – vor allem S & P, Moody’s und Fitch – bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen. Daran orientieren sich die Zinsen, die auf den Märkten verlangt werden. Doch die Ratings sind umstritten.

US-Regierung spricht von Berechnungsfehler

Die US-Regierung kritisierte die S&P-Entscheidung. Ihre liege ein Rechenfehler zugrunde, sagte ein Sprecher der Finanzministeriums. Eine Beurteilung, die mit einem Fehler von zwei Billionen Dollar behaftet sei, spreche für sich. In Regierungskreisen hieß es, die Agentur habe die Zahl zwar aus ihrer Analyse gestrichen, der Fehler lasse aber an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln.

100 Milliarden Dollar höhere Kreditkosten?

Mit gesenkten Bonitätsnote dürften Kredite für die Regierung, aber auch für Unternehmen und Verbraucher in den USA teurer werden. Experten rechnen damit, dass sich die staatlichen Kreditkosten mit der Zeit um 100 Milliarden Dollar verteuern könnten. Die US-Notenbank erklärte, Auswirkungen auf die Konjunkturstützen der Federal Reserve wie das Notkreditprogramm und das Programm zum Aufkauf von Anleihen gebe es nicht. Auch gebe es keine Änderungen für die Banken im Umgang mit US-Bonds.

Standard & Poor’s hatte erstmals im April vor einer Herabstufung gewarnt. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody’s und Fitch hatten nach der Einigung zwischen Demokraten und Republikaner auf eine Anhebung der Schuldengrenze vorerst an ihrer Spitzennote festgehalten.

Original, Google Cache, archive.org

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