Gewaltsame Ausschreitungen in London

In der britischen Hauptstadt London ist es in der Nacht zu schweren Ausschreitungen gekommen. Im Stadtteil Tottenham wurden mindestens zwei Polizeiwagen, ein Doppeldeckerbus sowie mehrere Gebäude in Brand gesetzt, Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert. Zudem seien Polizisten mit Flaschen beworfen worden, berichtet die Polizei. Acht Beamte seien bei den schwersten Ausschreitungen in einem Londoner Außenbezirk seit Jahren verletzt worden.

Die Feuerwehr konnte nur mühsam durch die Menschenmenge zu den Brandherden vordringen. Polizisten in Schutzausrüstung und auf Pferden bemühten sich, die wütende Menge zurückzutreiben.

Sendungsbild
Sendungsbild

  • Gewaltsame Ausschreitungen nach tödlicher Schießerei
  • Länge: 0:00:28
  • Datum: 2011-08-07T06:35:00.000+02:00

Friedliche Demonstration eskalierte

Auslöser der Ausschreitungen war eine noch nicht vollständig aufgeklärte Schießerei, bei der am Donnerstagabend ein 29-jähriger Mann von einer Polizeikugel getötet wurde. Nach Darstellung der Polizei hatte der vierfache Vater das Feuer eröffnet. Mehrere hundert Menschen hatten gestern zunächst friedlich vor einer Polizeiwache demonstriert, um „Gerechtigkeit“ für den Tod des Mannes zu fordern. Anschließend sei die Situation jedoch eskaliert.

Der britische Unterhausabgeordnete für Tottenham, David Lammy, rief zur Ruhe auf. „Diejenigen, die sich an die destruktiven Konflikte der Vergangenheit erinnern, sollten entschlossen sein, nicht dorthin zurückzukehren.“

Erinnerung an 1985

In Tottenham kam es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu gewaltsamen Protesten gegen Polizeigewalt. Zu den bislang schlimmsten Ausschreitungen war es im Jahr 1985 gekommen, nachdem eine Frau während einer Razzia der Polizei in ihrem Haus an einem Schlaganfall starb. Ein Polizist, der eine Gruppe Feuerwehrmänner schützen wollte, wurde damals von einem wütenden Mob zu Tode geprügelt. Etwa 60 weitere Beamte mussten mit zum Teil schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.