Geld? Nein Danke!

Millionen, Milliarden, Billionen – alle brauchen Geld, am besten richtig viel. Wirklich alle? Nein, manche haben so viel davon, dass sie nicht mehr wissen, wohin damit. Mehr würden sie nur nehmen, wenn man sie dafür bezahlt.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Die Älteren unserer Leser mögen sich vielleicht noch erinnern: Früher waren Banken Einrichtungen, zu denen man sein Geld bringt, damit sie etwas Vernünftiges damit anfangen. Sofern ihnen das gelang, bekam man am Ende etwas mehr zurück, als man einst abgegeben hatte, sogenannte Zinsen.

Doch das war einmal – inflationsbereinigt mehr wiederzubekommen, als man einst einbezahlt hat, das ist für Ottonormalsparer schon lange vorbei. Neu ist allerdings, dass Banken nun anfangen, für das Annehmen von Geld – ja, Geld zu verlangen. Genau das tut die Bank of New York Mellon: Wer dort seine Dollars deponieren will, muss dafür blechen. Kunden, die „außerordentlich hohe“ Guthaben von mehr als 50 Millionen Dollar haben, wird dafür gut ein Zehntelprozent pro Jahr an Gebühren berechnet, berichtet die „New York Post“. Zinsen: natürlich Fehlanzeige.  

Einfach liegen lassen und vergessen

Wie konnte das passieren? Aktien, Staatsanleihen, Immobilien, überall muss man Angst vor Verlusten haben. Also bleibt nur das betriebswirtschaftliche Äquivalent zum Sparschwein – das reguläre Konto. Dementsprechend wissen heute viele US-Banken nicht mehr wohin mit dem Geld. Waren früher Bareinlagen noch hochwillkommen, liegen sie nun nur noch herum und müssen dabei auch noch versichert werden. Eben damit begründet die Bank auch die Gebühren für Einlagen.

Was also tun mit dem Geld? Für ganz konservative Anleger gibt es immer noch Sparstrumpf und Matratze. Wer mehr Angst vor Einbrechern als Investmentbankern hat, dem bleibt nur, die Dollars – auszugeben. Noch soll man ja an einigen Orten etwas dafür bekommen.

Original, Google Cache, archive.org

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