E.ON prüft Abbau von bis zu 11.000 Stellen

Johannes Teyssen
E.ON-Chef Teyssen überlegt, bis zu 11.000 Stellen zu streichen.

E.ON-Chef Johannes Teyssen stimmt die Belegschaft nach der Wende in der Atompolitik auf drastische Stellenstreichungen ein. Deutschlands größter Energiekonzern prüft den Abbau von bis zu 11.000 Arbeitsplätzen weltweit. Das teilte die E.ON AG in Düsseldorf mit, wo sie ihre Halbjahresbilanz präsentierte. Damit steht fast jeder achte Arbeitsplatz des Düsseldorfer Konzerns auf der Kippe. Der Energieriese beschäftigt insgesamt 85.000 Mitarbeiter.

Der Vorstand sprach in einer Mitteilung von Überlegungen, mittelfristig 9000 bis 11.000 Stellen abzubauen. Der Fokus liege auf Verwaltungsaufgaben. Zu konkreten Schritten äußerte sich E.ON zunächst aber nicht. Die Überlegungen sollen in den kommenden Wochen konkretisiert werden, hieß es. Die Entscheidungen im Aufsichtsrat würden im Herbst fallen.

Sendungsbild
Sendungsbild

  • Deutschlands größter Energiekonzern E.ON will mehrere tausend Mitarbeiter entlassen
  • Länge: 0:01:50
  • Datum: 2011-08-11T01:19:00.000+02:00

Prognose für das laufende Jahr gesenkt

E.ON will in den kommenden Jahren die Kosten senken. Durch die Rücknahme der Laufzeitverlängerung bei den Atommeilern, Probleme mit ungünstigen Gaslieferverträgen sowie niedrigere Stromerlöse war der Konzern im zweiten Quartal erstmals in die Verlustzone gerutscht. Unterm Strich vermeldete E.ON ein Minus in Höhe von 382 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr insgesamt blieb die Bilanz dennoch im Plus: Hier verzeichnete der Versorger einen Gewinn in Höhe von knapp einer Milliarde Euro.

Der Konzernbetriebsrat kündigte Widerstand gegen die geplanten Stellenstreichungen an und will am Freitag bei einer Sondersitzung über mögliche Schritte beraten. „Außer Sparprogrammen und Personalkürzungen hat der Vorstand wohl nicht mehr viel zu bieten“, sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Hans Prüfer der Nachrichtenagentur dapd. Die Stimmung in der Belegschaft sei „ganz, ganz schlimm“.

Bereits vor zwei Wochen waren Pläne des Konzerns bekannt geworden, die drei Standorte München, Hannover und Essen zumindest teilweise aufzugeben und dort massiv Stellen zu streichen.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.