In 80 Tagen nicht um die Welt

Eigentlich gibt es für die meisten nur einen Grund, dorthin zu gehen, nämlich möglichst schnell wieder wegzukommen. Andere sind gekommen, um zu bleiben – so auch Jaeger Maeh aus Kanada. Er wird seinen erweiterten Urlaub dort beschließen, wo er ihn begonnen hat: auf dem Flughafen von Vancouver.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Gestresste Menschen, überteuerte Geschäfte und Verpflegungsmöglichkeiten, nervige Durchsagen und dauernd Sicherheitskontrollen – die meisten Passagiere nehmen den Aufenthalt auf einem Flughafen als notwendiges Übel hin und versuchen, ihn auf den kürzestmöglichen Zeitraum zu begrenzen.

Zu diesen Menschen gehört der Kanadier Jaeger Mah nicht, und er ist nicht allein. Zusammen mit 95 anderen hatte er sich deshalb um einen ganz speziellen Urlaub beworben, den der Flughafen von Vancouver zu seinem achtzigsten Geburtstag ausgelobt hatte – und ihn gewonnen.

Hat sich was mit großer weiter Welt

Nun darf – nein: muss Mah ab dem 17. August 80 Tage auf dem internationalen Flughafen in Vancouver verbringen, berichtet die „Vancouver Sun“. Immerhin muss er nicht etwa auf dem Teppichboden oder in irgendwelchen Hartschalensitzen nächtigen, sondern hat ein Zimmer im Flughafenhotel. Außerdem bekommt er dreimal täglich eine Mahlzeit – hoffentlich nicht von den Firmen, die ansonsten die Flugzeuge mit Fertigmahlzeiten bestücken.

Wenigstens kommt keine Langeweile auf

Zu den Pflichten Mahs gehört es, in einem Internetblog regelmäßig in Wort und Bild von seinen Erfahrungen zu berichten. Dafür will er den Menschen auf dem Flughafen mit seiner Kamera auf die Pelle rücken und ihnen ihre Geschichten entlocken. Ein spezieller Sicherheitsausweis gestattet ihm den Zugang zu fast allen Bereichen des Airports. So kann Mah nicht nur Passagieren, sondern auch allen Angestellten und Sicherheitskräften auf die Nerven gehen. Schüchternen oder zurückhaltenden Menschen sei deshalb dringend geraten, Vancouver weiträumig zu umfliegen. Als erstes möchte der Flughafenfan übrigens herausfinden, wo sein Taschenmesser, das einmal dort konfisziert worden war, wohl abgeblieben sein mag.

Original, Google Cache, archive.org

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