Kriegsschiffe und Panzer gegen Latakia

Unterstützt von Kriegsschiffen haben die syrischen Streitkräfte ihren am Samstag begonnenen Angriff auf die nördliche Hafenstadt Latakia fortgesetzt. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden mindestens 19 Menschen getötet und 25 verletzt. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht, da weiterhin keine ausländischen Journalisten in Syrien arbeiten dürfen.

Den Angaben aus London zufolge feuerte das Militär mit Panzern und Kriegsschiffen auf das Hafenviertel Al Ramleh, wo in den vergangenen Tagen erneut gegen Präsident Baschar al Assad protestiert worden war. Auch im Stadtteil Saliba seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen.

Außerdem kam es nach Angaben von Aktivisten zu Feuergefechten. Soldaten seien in Wohnviertel vorgerückt und hätten das Feuer eröffnet – einige von ihnen hätten sich aber auch auf die Seite der Oppositionellen geschlagen.

Militäroffensive auch bei Damaskus

Syrien Damaskus Latakia

Der Beobachtungsstelle zufolge drang die Armee zudem in der Nacht in zwei Vororte der Hauptstadt Damaskus ein und nahm dort zahlreiche Menschen fest. Ein Konvoi aus fünfzehn Militärlastwagen, acht Truppentransportern und vier Jeeps sei in die Vororte Sakba und Hamurija eingefahren. Auch dort seien Schüsse zu hören gewesen. In Sakba seien außerdem die Telefonverbindungen gekappt worden.

Die syrische Armee geht seit Mitte März gewaltsam gegen regierungskritische Proteste im Land vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden seither etwa 1800 Zivilisten getötet.

Hintergrund

Der Machtapparat der Familie Assad
Er galt als arabische Lichtgestalt, als Reformer. Doch angesichts der anhaltenden Proteste zeigt Syriens Machthaber Assad sein wahres Gesicht. Mit brutaler Gewalt geht er gegen die Bevölkerung vor. Befürchten muss er wenig, denn die Armee und die Sicherheitskräfte stehen hinter ihm.

Krisengespräche am Telefon

US-Präsident Barack Obama erörterte am Samstagabend mit dem britischen Regierungschef David Cameron und dem saudischen König Abdullah die Lage in Syrien. Wie das Weiße Haus in Washington mitteilte, forderten alle drei in getrennten Telefonaten ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten. Für die kommenden Tage wurden weitere Beratungen angekündigt.

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