Will E.ON Ruhrgas zerschlagen?

Acht Jahre nach der umstrittenen Übernahme von Ruhrgas will der Energiekonzern E.ON das Unternehmen laut übereinstimmenden Medienberichten zerschlagen. E.on erwäge einen Verkauf der Ruhrgas-Tochter Open Grid Europe, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insiderkreise. Es gebe aber noch keine Verkaufsverhandlungen.

Quartalszahlen
E.ON kommt nicht aus den Schlagzeilen: Neben massivem Stellenabbau soll es jetzt auch Verkäufe geben.

Open Grid Europe hat mit einer Länge von etwa 12.000 Kilometern das größte Ferngasnetz Deutschlands. Durch die Leitungen strömt ein Großteil des deutschen Erdgases. Die E.on-Pipelines spielen auch für den Gas-Import und -Export eine große Rolle. Open Grid Europe beschäftigt 1400 Mitarbeiter. Bei Ruhrgas insgesamt sind 3200 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch die „Financial Times Deutschland“ berichtet, E.ON suche einen Käufer für das Gastransportnetz. Die Sparte Gashandel solle verkleinert und der Einheit Energy Trading zugeschlagen  werden. Die Gasförderung würde dem Mutterkonzern zugeschlagen. Um den Standort Essen nicht schließen zu müssen, prüfe E.on, andere Konzernteile dorthin zu verlegen. E.ON und Ruhrgas lehnten einen Kommentar ab.

E.ON-Chef Johannes Teyssen hatte vergangene Woche angekündigt, 11.000 der weltweit fast 80.000 Stellen zu streichen. Dabei gehe es vor allem um die Verwaltung. Zu weiteren Details äußerte er sich noch nicht. Grund seien Gewinneinbrüche nach der Atomwende.

Erst Ministererlaubnis ebnete Weg für Übernahme

E.on hatte Ruhrgas im Jahr 2003 für rund zehn Milliarden Euro übernommen. Das Bundeskartellamt stemmte sich gegen die Übernahme, E.on bekam jedoch eine Ministererlaubnis. Die Bundesregierung ließ sich damals aber Mitspracherechte für den Fall eines Ruhrgas-Verkaufs einräumen.

Bei Wettbewerbshütern könnte ein Verkauf der Netze auf Zustimmung stoßen. Die EU-Kommission drängt die Energieriesen seit Jahren auf eine Abgabe ihrer Netze. E.on trennte sich unter dem EU-Druck schon von seinem deutschen Höchstspannungsnetz. Der Konkurrent RWE verkaufte 2010 sein Ferngasnetz an die australische Investmentbank Macquarie.

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