Weiterhin große Unzufriedenheit mit den Spitzenpolitikern

Angesichts der aktuellen Probleme zeigen die Beurteilungen der Spitzenpolitiker durch die Wahlberechtigen die große Unzufriedenheit mit den politischen Eliten in Deutschland: Mit zwei Ausnahmen werden alle abgefragten Politiker meist mit großer Mehrheit kritisch beurteilt.

Die eine Ausnahme ist der grüne Außenminister Joschka Fischer, mit dem 84 Prozent (+3) zufrieden sind. Die zweite Ausnahme ist der CSU-Gesundheitsexperte Horst Seehofer, der im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 19 Punkten zu verzeichnen hat und mit 50 Prozent Zufriedenheit auf Rang zwei der Beliebtheitsskala geklettert ist. In seinem Streit mit der eigenen Partei um die Aufgabe des Solidarprinzips bei der Finanzierung von Zahnersatz hat er sich offenbar als Anwalt der kleinen Leute profilieren können. Hinzu kommen die positiven Signale bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Union über die Gesundheitsreform, die sowohl von Seehofer als Verhandlungsführer der Union als auch von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gegeben wurden. Dies hat sich auch für Ulla Schmidt ausgezahlt, die ebenfalls um 7 Punkte auf jetzt 25 Prozent Zustimmung zulegt und damit gleichauf mit dem FDP-Chef Westerwelle liegt.

Regierungsmitglieder werden kritisch beurteilt

Überwiegend kritisch beurteilt wird weiterhin auch die Arbeit des Kanzlers und der SPD-Regierungsmitglieder. Bundeskanzler Schröder kann 3 Punkte zulegen und liegt im SPD-internen Vergleich mit 36 Prozent Zufriedenheit knapp vor Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, dessen Leistungen 35 Prozent (-1) positiv beurteilen. Hans Eichel kann im Vergleich zum April einen Ansehensgewinn von 3 Punkten verbuchen, wird jedoch nur von 29 Prozent positiv bewertet, zwei Drittel (67 Prozent) kritisieren seine Finanzpolitik.

Stoiber und Merkel vor Schröder

CSU-Chef Edmund Stoiber und CDU-Chefin Angela Merkel werden im Vergleich zum SPD-Vorsitzenden weiterhin besser bewertet. Stoiber erhält von 43 Prozent (-1) gute Noten, Merkel unverändert von 41 Prozent. Beide liegen damit nach Seehofer auf den Rängen 3 und 4 der Beliebtheitsskala. Mit der politischen Arbeit des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ist weiterhin ein Drittel (32 Prozent, -1) zufrieden.

 

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