Stoiber attackiert erneut Benes-Dekrete

Das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft wird heute in Augsburg mit einer Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) fortgesetzt. Stoiber wurde von der Landsmannschaft aufgefordert, möglichst bald zu einem Regierungstreffen nach Tschechien zu fahren, um einen Dialog zwischen den Sudetendeutschen und der Prager Regierung in Gang zu bringen. Der Freistaat Bayern hatte die Sudetendeutschen 1954 als „vierten Stamm“ Bayerns offiziell anerkannt. Das diesjährige Treffen steht unter dem Motto „Vertreibung überwinden – Ausgleich schaffen“. Es werden mehr als 50.000 Teilnehmer erwartet.

Zur Eröffnung des 56. Sudetendeutschen Tages in Augsburg forderte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens gestern, die Vertreibung von Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten nicht mit deutschen Kriegsverbrechen zu „verrechnen“. Das Unrecht der Vertreibung dürfe nicht nur im Zusammenhang mit deutschen Verbrechen gesehen und beiseite gelegt werden, sagte die Ministerin. Die CSU-Politikerin forderte „Gerechtigkeit gegenüber den 15 Millionen deutschen Heimatvertriebenen durch die Anerkennung des Vertreibungsunrechts als eigenes Unrecht“.

Europäischer Karlspreis für Alt-Bischof Josef Koukl

Als Anerkennung für seine Verdienste um die deutsch-tschechische Aussöhnung verliehen die Sudetendeutschen dem tschechischen Alt-Bischof Josef Koukl den „Europäischen Karlspreis“. Koukl habe „Brücken der Versöhung“ in christlicher Nächstenliebe gebaut, sagte der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, Johann Böhm.

Bekenntnis zur EU-Verfassung

Bereits am Freitag hatte sich der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, zur europäischen Verfassung bekannt. Der Verfassungstext enthalte positive Aspekte für die Vertriebenen, sagte Posselt Er nannte das Diskriminierungsverbot, das Verbot „kollektiver Ausweisung“, was einem Vertreibungsverbot gleich komme, und das Bekenntnis zu Sprachenvielfalt in Europa. Die Sudetendeutschen wollten sich mit ihrer historischen Erfahrung am „Bau eines neuen Europas“ beteiligen, sagte der CSU-Europaabgeordnete.

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