Jeden Tag einen Apfel

Europas Schüler sollen künftig kostenlos Obst und Gemüse bekommen. Die 27 EU-Agrarminister beschlossen, dafür jährlich 90 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das freiwillige „Schulobstprogramm“ soll zudem mit öffentlichen und privaten Mitteln ergänzt werden können.

„Kinder essen zu selten Obst“

Das „Schulobstprogramm“ soll von Informations- und Aufklärungskampagnen begleitet werden. Es soll zu Beginn des Schuljahres 2009/10 anlaufen und sicher stellen, dass alle Vor- und Grundschulkinder pro Tag mindestens eine Frucht erhalten. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel betonte, es sei wichtig, „dass Kinder sich bereits in einem frühen Alter gesunde Ernährungsgewohnheiten aneignen, da diese im Erwachsenenleben beibehalten werden“. Zu viele Kinder äßen zu selten Obst und Gemüse und wüssten häufig nicht, wie lecker dies sein könne, sagte Fischer Boel.

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind in Europa etwa 22 Millionen Kinder fettleibig, von denen etwa 5 Millionen als schwer übergewichtig gelten Sie empfiehlt, täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse pro Person zu verzehren.

„Völlig unzureichend“

Am Dienstag hatte sich bereits das Europaparlament für das Schulobstprogramm ausgesprochen. Die Abgeordneten verlangen allerdings eine deutliche Aufstockung der Mittel: Sie wollen 500 Millionen aus dem EU-Haushalt bereitstellen. Die vorgeschlagenen 90 Millionen bezeichnete Parlamentssprecher Niels Busk als „völlig unzureichend“.

Das Europaparlament hat beim Schulobst-Programm kein Mitentscheidungsrecht. Die EU-Volksvertretung hat aber das letzte Wort bei der Verabschiedung des EU-Haushalts. Daher müssen Kommission und Rat die Forderung der Abgeordneten berücksichtigen.

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