Türkei empört über Armenien-Resolution

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat mit scharfer Kritik auf eine US-Resolution reagiert, in der der Tod von Millionen Armeniern in der Türkei im Ersten Weltkrieg als Völkermord angeprangert wird. Die vom Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses verabschiedete Resolution sei nicht akzeptabel, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Gül. Politiker in den USA hätten bedeutsame Angelegenheiten für innenpolitische Spielchen geopfert, warnte er. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei heftig bestritten.

Der mehrheitlich mit Demokraten besetzte Ausschuss hatte am
Mittwoch mit 27 zu 21 Stimmen für die Resolution gestimmt. Auf Grund der Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses wird nun das US-Repräsentantenhaus über die Resolution abstimmen. Auch im US-Senat ist eine entsprechende Resolution geplant.

Bush befürchtet „schweren Schaden“

US-Präsident George W. Bush hatte sich scharf gegen die geplante Resolution gewandt. „Diese Resolution ist nicht die richtige Antwort auf diese historischen Massenmorde“, sagte er. Vielmehr werde sie dem Verhältnis zum Verbündeten Türkei „schweren Schaden“ zufügen, warnte Bush. Auch Außenministerin Condoleezza Rice lehnte den Entwurf ab, da dadurch die Einsätze im Irak und in Afghanistan geschwächt werden könnten. Bush und Rice fürchten, dass sich die Türkei als wichtiger strategischer Verbündeter in der Region düpiert fühlen könnte.

Bei Massakern und Vertreibungen kamen zwischen 1915 und 1917 nach armenischen Angaben mehr als 1,5 Millionen Armenier ums Leben, nach türkischen Angaben zwischen 250.000 und 500.000.

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