Libyens Machthaber Gaddafi spielt Schach

Das libysche Staatsfernsehen zeigte Muammar al Gaddafi beim Schachspiel mit Kirsan Ilyumzhinow, Präsident des Internationalen Schachverbandes.
Gaddafi (re.) beim Schachspiel mit Ilyumzhinow.

Der libysche Machthaber will offenbar trotz der schweren Kämpfe zwischen Aufständischen und Armee sowie der NATO-Luftangriffe ein Bild von Normalität erzeugen.

Das Staatsfernsehen zeigte Gaddafi bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden des internationalen Schachverbands. Gaddafi habe Kirsan Iljumschinow in Tripolis empfangen und mit ihm eine Partie Schach gespielt. Während der Partie habe Gaddafi noch einmal deutlich gemacht, dass er weiterhin nicht an Rücktritt denke, sagte Iljumschinow der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Bereits im Februar, kurz nach Ausbruch der Rebellion, und im April hatte das Staatsfernsehen teils skurrile Aufnahmen Gaddafis gezeigt.

Kämpfe um Al Sawija

Unterdessen lieferten sich Rebellen nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge schwere Gefechte mit Regierungstruppen in der strategisch wichtigen Stadt Al Sawija. Ein Rebellensprecher sagte per Telefon aus der nahe Tripolis gelegenen Stadt, dort seien am Wochenende 13 Aufständische und Zivilisten getötet worden. Die Armee hätte Verstärkung erhalten und Scharfschützen auf den Dächern von Häusern und Moscheen postiert. Die Küstenstraße von Tripolis nach Tunesien sei gesperrt. Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi kontrollierten die östliche, die Rebellen die westliche Seite der Straße.

Aus der Regierung in Tripolis hieß es dagegen, es gebe keine ernsthaften Kämpfe in Al Sawija. Dort seien nur einige Kämpfer aus den von Rebellen gehaltenen Regionen eingetroffen und wollten „Ärger machen“. Bei einer von der Regierung organisierten Tour wurde Journalisten der zentrale Platz der Stadt gezeigt. Reuters-Journalisten hörten dabei einige Schüsse aus westlicher Richtung.

Sendungsbild
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  • Schwere Gefechte um strategisch wichtige Stadt nahe Tripolis
  • Länge: 0:01:26
  • Datum: 2011-06-12T20:10:00.000+02:00

Rebellen hatten Al Sawija im März schon einmal eingenommen, sie waren jedoch zwei Wochen später von den Streitkräften Gaddafis zurückgedrängt worden.

Kämpfe auch unweit von Misrata

Zudem gibt es Berichte, wonach Truppen von Gaddafi einen Ort unweit der von den Rebellen gehaltenen Stadt Misrata im Westen des Landes unter Beschuss genommen haben. Mit den seit Tagen andauernden Angriffen auf die Stadt Dafnija sollen die Aufständischen Beobachtern zufolge eingekesselt und deren geplanter Marsch zur Hauptstadt Tripolis unterbunden werden.

Rebellen beschießen Stellungen der Regierungstruppen westlich von Misrata (Videostandbild)
Rebellen beschießen Stellungen der Regierungstruppen westlich von Misrata (Videostandbild)

Rebellen gewinnen an diplomatischem Gewicht

Als zweites arabisches Land nach Katar erkannten die Vereinigten Arabischen Emirate den Nationalen Übergangsrat offiziell als einzig legitimen Repräsentanten des libyschen Volkes an. Wie die Regierung in Dubai mitteilte, soll in Kürze in der Hafenstadt Bengasi eine vorläufige Vertretung eröffnet werden. Weltweit haben bisher zwölf Staaten den Übergangsrat anerkannt, darunter Frankreich, die USA und Großbritannien.

Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligen sich auch am Militäreinsatz in Libyen.

Original, Google Cache, archive.org

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