„Ein Ackergaul als Rennpferd“

Bund und Kommunen haben in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ein erstes Angebot vorgelegt. Die öffentlichen Arbeitgeber wollen in drei Stufen fünf Prozent mehr bezahlen, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nach der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwei Jahre betragen. Ihr Angebot verknüpften die Arbeitgeber mit der Forderung nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden.

Schäuble sprach von einer realistischen Offerte. „Wir gehen mit dem Angebot an die Grenze dessen, was finanzpolitisch vertretbar ist“, sagte er. Der Präsident der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, verwies auf die Verschuldung der Kommunen in Höhe von 110 Milliarden Euro. Angesichts dessen nannte er das Angebot beachtlich.

„Angebot eine Provokation“

Die Gewerkschaften lehnten das Angebot der Arbeitgeber strikt ab. Ver.di-Chef Frank Bsirske rechnete vor, was die Offerte bedeute: In diesem Jahr würden die Beschäftigten 2,5 Prozent und 2009 nur 0,41 Prozent mehr erhalten. Dies sei der Versuch, einen Ackergaul als Rennpferd zu verkaufen, sagte er. Dieses Angebot passe nicht zu den gesellschaftlichen Notwendigkeiten.

Auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, wertete das Angebot als „blanken Zynismus und eine Provokation für die Arbeitnehmer“, die man sich nicht gefallen lassen werde.

Gewerkschaften wollen acht Prozent mehr

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern für die 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen eine Lohnerhöhung um acht Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat – bei einer Laufzeit von einem Jahr. Der Vorsitzende der dbb Tarifunion, Frank Stöhr, verlangte, dass die Arbeitgeber ihr Angebot in der nächsten Verhandlungsrunde am 11. Februar massiv verbessern müssten.

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