Dritter Verdachtsfall – Transportverbot aufgehoben

Britische Landwirte dürfen außerhalb der Sperrzonen um die von der Maul- und Klauenseuche betroffenen Höfe ihre Tiere wieder direkt zum Schlachthof fahren. Das Transportverbot für Rinder, Schafe und Schweine sei seit Mitternacht gelockert, teilte die oberste Veterinärin Debby Reynold mit. So könnten auch tote Tiere wieder zu den Verwertungsanstalten transportiert werden.

Reynolds sagte weiter, möglicherweise habe sich die Seuche auf einen dritten Bauernhof in Südengland ausgebreitet. Deswegen habe sie angeordnet, die Tiere dort zu töten.

Erreger aus wahrscheinlich aus dem Labor

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf zwei Farmen in Großbritannien ist nach Behördenangaben wahrscheinlich durch ein in der Nähe gelegenes Forschungszentrum verursacht worden. Es gebe „eine hohe Wahrscheinlichkeit“ für diesen Verursacher, hieß es in einem Bericht der Gesundheitsbehörde des Landes. Allerdings wurde darin nicht gesagt, welches der auf dem Forschungsgelände arbeitenden Labors wahrscheinlich verantwortlich ist. Im Forschungszentrum von Pirbright arbeiten ein staatliches und ein privates Labor an Impfstoffen.

Durch Menschen verbreitet?

Das Laborgelände war bereits beim ersten entdeckten Ausbruch am Wochenende als mögliche Quelle des jüngsten Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien genannt worden. Geschäftsführer David Biland betonte, erste Prüfungen hätten keinerlei Hinweise auf Verstöße gegen Sicherheitsvorkehrungen ergeben. Auch eine versehentliche Übertragung des Virus komme in Frage, erklärten die Ermittler. Insgesamt deute viel mehr auf eine Verbreitung durch Menschen hin als durch technisches Versagen, hieß es in dem umfangreichen Zwischenbericht. Weiterhin würden Experten auch andere Wege der Übertragung des Virus untersuchen. Nach Angaben der Times schließen die Inspekteure auch einen „Sabotageakt“ nicht aus.

Bauern bereiten Klagen vor

Angesichts der Schäden durch die Seuche bereiten sich die britischen Farmer auf mögliche Klagen in Millionenhöhe gegen die Labor-Betreiber vor. Der Nationale Farmerverband (NFU) spreche darüber bereits mit Anwälten, sagte ihr Präsident Peter Kendall gegenüber der BBC. Nach Senderangaben konzentrieren sich die weiteren Ermittlungen auf die Laboreinrichtungen der US-Firma Merial Animal Health.

Nach dem ersten Fall hatte die EU Großbritannien mit Ausnahme Nordirlands als „Gebiet von hohem Risiko“ eingestuft. Damit wurden die britischen Exporte von Fleisch- und Milchprodukten sowie Lebendvieh bis zm 25. August verboten: Großbritannien bleibe „Hochrisikogebiet“. Der britische Bauernverband warnte vor dem Bankrott vieler Höfe, sollte sich die Tierseuche ausdehnen und wie im Jahr 2001 längere Zeit andauern. Durch den Ausbruch verliere die britische Viehwirtschaft pro Woche Einnahmen in Höhe von bis zu 22 Millionen Euro. Beim letzten Ausbruch waren sieben Millionen Tiere getötet worden, um die Seuche zu stoppen.

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