Fusion von TÜV Süd und TÜV Nord geplatzt

Die geplante Fusion von TÜV Süd und TÜV Nord ist überraschend geplatzt. In beiderseitigem Einvernehmen habe man sich darauf verständigt, die Gespräche über einen gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss nicht fortzuführen und eigenständig zu bleiben, teilten die beiden Unternehmen in München und Hannover mit.

Analysen der Wettbewerbsbedingungen hätten gezeigt, dass man unabhängig voneinander schneller und flexibler auf die Markterfordernisse reagieren könne als in einem großen Verbund, hieß es zur Begründung. „Ein Zusammenschluss beider Unternehmen hätte einen erheblichen Integrationsaufwand bedeutet und daher auf lange Zeit auch operative Kapazitäten gebunden“, erklärten die Chefs von TÜV Süd und TÜV Nord, Axel Stepken und Guido Rettig.

Kartellrecht spielte Rolle

TÜV-Nord-Sprecher Jochen May ergänzte, dass wohl auch kartellrechtliche Bedenken Einfluss auf die Entscheidung hatten: „Das gemeinsame Unternehmen hätte seine Tätigkeit stark beschränken müssen.“ Noch in der vergangenen Woche hatte der TÜV Süd erklärt, der Zeitplan für das Zustandekommen der Fusion stehe, spätestens bis Anfang September sollte der Zusammenschluss besiegelt sein.

Zusammen 18.000 Beschäftigte

Der Zusammenschluss hätte das weltweit zweitgrößte Unternehmen der Branche mit 18.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro entstehen lassen sollen. Der TÜV ist der Öffentlichkeit vor allem durch die Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen bekannt, doch erstrecken sich die Prüf-Dienstleistungen auch auf Kraftwerke, Aufzüge, Haushaltsgeräte und Spielwaren.

Original, Google Cache, archive.org

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